Was bedeutet Weaning?
Wer über längere Zeit künstlich beatmet wurde, kann das Atmen oft nicht von einem Tag auf den anderen wieder allein übernehmen. Die Atemmuskulatur ist geschwächt und muss neu trainiert werden. Genau das leistet das Weaning, die schrittweise Entwöhnung vom Beatmungsgerät.
Beim Weaning wird die maschinelle Unterstützung nicht abrupt beendet, sondern langsam und kontrolliert verringert. Anfangs übernimmt das Gerät noch den größten Teil der Atemarbeit, mit der Zeit atmet der Mensch immer längere Phasen selbst. Während dieser Übergänge werden Atmung, Sauerstoffsättigung und Befinden genau überwacht, um Überlastung zu vermeiden. Tritt Erschöpfung auf, wird die Unterstützung wieder erhöht.
Gelingt die Entwöhnung vollständig, kann am Ende die Trachealkanüle entfernt werden. Dieser letzte Schritt, die Dekanülierung, erfolgt aber nur, wenn Atmung, Husten und Schlucken ausreichend stabil sind. Nicht bei jedem Menschen ist ein vollständiges Weaning möglich; manche bleiben dauerhaft oder zeitweise auf eine Beatmung angewiesen.
Weaning in der außerklinischen Versorgung
Ein Teil der Entwöhnung findet in spezialisierten Kliniken statt. Doch auch in der außerklinischen Beatmungspflege wird das Weaning fortgeführt oder begleitet, etwa zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft. Vor der Versorgung prüft eine besonders qualifizierte Ärztin oder ein Arzt in der Potenzialerhebung, ob sich die Beatmung verringern oder beenden lässt.
Für die Betroffenen bedeutet jedes Stück mehr Eigenatmung ein Stück mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität. Geschulte Pflegefachkräfte begleiten den Prozess eng, erkennen Warnzeichen früh und stimmen sich mit den behandelnden Ärzten ab.
Gern erläutern wir, wie eine beatmungspflegerische Versorgung mit Blick auf das Weaning gestaltet werden kann. Angaben ohne Gewähr.