Intensivpflege

Ambulante Intensivpflege (1:1)

Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch eine examinierte Pflegefachkraft bei Ihnen zuhause — für beatmete und schwerstkranke Patienten.

Ambulante Intensivpflege (1:1) bei Pflegedienst Bernstein

Ambulante Intensivpflege (1:1) — Ihr persönliches Pflegeteam zuhause

Bei der ambulanten 1:1-Intensivpflege ist rund um die Uhr eine examinierte Pflegefachkraft bei Ihnen zuhause — 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Diese Form der Versorgung ist für Patienten gedacht, die eine kontinuierliche Überwachung benötigen, aber nicht dauerhaft im Krankenhaus bleiben müssen oder wollen.

Pflegedienst Bernstein versorgt derzeit 12 Intensivpflege-Patienten in der 1:1-Betreuung. Unsere Teams bestehen ausschließlich aus examinierten Pflegefachkräften mit Zusatzqualifikation in außerklinischer Intensivpflege und Beatmung. Wir arbeiten nicht mit Zeitarbeitskräften — Ihre Pflegekräfte sind feste Mitarbeiter unseres Unternehmens.

Für wen ist 1:1-Intensivpflege geeignet?

Die ambulante 1:1-Intensivpflege richtet sich an schwerstkranke Menschen, deren Zustand eine ununterbrochene professionelle Überwachung erfordert:

  • Beatmete Patienten: Invasiv beatmet über Trachealkanüle oder nicht-invasiv (NIV, BiPAP, CPAP)
  • Patienten mit Trachealkanüle: Die regelmäßig abgesaugt werden müssen
  • Wachkoma-Patienten: Mit umfassendem Pflege- und Stimulationsbedarf
  • ALS-Patienten: In fortgeschrittenem Stadium mit Beatmungsbedarf
  • Querschnittsgelähmte: Mit Beatmungspflicht und hohem Pflegebedarf
  • Kinder und Jugendliche: Mit angeborenen oder erworbenen Erkrankungen, die Intensivpflege erfordern

Was umfasst die 1:1-Versorgung?

Medizinische Versorgung

  • Überwachung aller Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung, Temperatur)
  • Beatmungsmanagement: Einstellung, Überwachung, Anpassung
  • Trachealkanülenpflege: Absaugen, Kanülenwechsel, Stomapflege
  • Medikamentengabe (oral, subkutan, intravenös, über PEG-Sonde)
  • Wundversorgung und Dekubitusprophylaxe
  • Notfallmanagement mit klaren Handlungsprotokollen

Pflegerische Versorgung

  • Komplette Grundpflege (Körperpflege, Lagerung, Mobilisation)
  • Ernährungsmanagement (oral, Sondenkost, parenterale Ernährung)
  • Ausscheidungsmanagement (Katheter, Stoma, Inkontinenzversorgung)
  • Aktivierende Pflege und Förderung vorhandener Ressourcen

Soziale Betreuung

  • Begleitung im Alltag und bei Ausflügen
  • Kommunikationsförderung (auch bei eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit)
  • Unterstützung der Angehörigen
  • Koordination mit Ärzten, Therapeuten und Krankenkasse

Ablauf — Der Weg zur 1:1-Versorgung zuhause

  1. Erstkontakt: Das Krankenhaus-Sozialdienst oder die Familie kontaktiert uns. Wir reagieren innerhalb von 24 Stunden.
  2. Klinikbesuch: Unsere Pflegedienstleitung besucht den Patienten auf Station, bespricht den Zustand mit Ärzten und Pflegekräften.
  3. Versorgungskonzept: Wir erstellen ein individuelles Konzept mit Personalplanung, Medizintechnik-Bedarf und Wohnraumanpassung.
  4. Teamaufbau: Wir stellen ein festes Team aus 5–6 examinierten Fachkräften zusammen und schulen es spezifisch auf den Patienten.
  5. Wohnungsanpassung: Wir koordinieren die nötigen Umbauten und die Lieferung der Medizintechnik.
  6. Hospitationsphase: Unser Team hospitiert auf der Intensivstation, um den Patienten und seine Versorgung kennenzulernen.
  7. Überleitung: Der Patient wird nach Hause entlassen, unser Team übernimmt nahtlos die Versorgung.

Kosten und Finanzierung

Die ambulante 1:1-Intensivpflege ist eine Leistung der Krankenkasse nach § 37c SGB V (außerklinische Intensivpflege). Die Kosten werden vollständig übernommen.

Was die Krankenkasse zahlt:

  • 24/7-Pflegepersonal (examinierte Fachkräfte)
  • Beatmungsgeräte und Monitoring (Leihstellung durch Medizintechnik-Unternehmen)
  • Absauggeräte, Pulsoximeter, Notfallausrüstung
  • Verbrauchsmaterialien (Kanülen, Filter, Absaugkatheter)
  • Regelmäßige Arztvisiten und Therapeutenbesuche

Zusätzlich über die Pflegekasse:

  • Pflegegeld oder Sachleistungen (je nach Pflegegrad)
  • Pflegehilfsmittel
  • Wohnraumanpassung (bis 4.000 €)

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell kann die 1:1-Versorgung starten?

Die Planung einer Überleitung von der Klinik nach Hause dauert in der Regel 2–4 Wochen. In dieser Zeit stellen wir das Pflegeteam zusammen, beschaffen die Medizintechnik und bereiten die Wohnung vor. In dringenden Fällen sind schnellere Lösungen möglich.

Kann mein Angehöriger trotz Beatmung zuhause leben?

Ja, grundsätzlich kann jeder beatmete Patient, der medizinisch stabil ist, zuhause versorgt werden. Die Voraussetzungen sind: eine geeignete Wohnung, ein festes Pflegeteam und ein kooperierender Arzt. Wir prüfen im Vorfeld, ob eine Versorgung zuhause möglich und sinnvoll ist.

Was passiert, wenn eine Pflegekraft krank wird?

Wir haben für jeden Patienten ein Team aus 5–6 Pflegefachkräften. Bei Krankheitsausfällen springt eine Kollegin aus dem Team ein, die den Patienten kennt. Zusätzlich haben wir einen Springer-Pool für unvorhergesehene Ausfälle. Eine Versorgungslücke entsteht nicht.

Kann der Patient auch Ausflüge machen?

Ja, unsere Pflegekräfte begleiten den Patienten auch außerhalb der Wohnung — zum Arzt, zu Familienfeiern oder auf Spaziergänge. Wir sorgen dafür, dass mobile Beatmungsgeräte und Notfallequipment mitgenommen werden.

Muss ich als Angehöriger Pflege übernehmen?

Nein, bei einer 1:1-Versorgung übernimmt das Pflegeteam die komplette Pflege. Sie als Angehöriger können, müssen aber nicht pflegerisch aktiv werden. Ihr Beitrag ist die emotionale Unterstützung und die Normalität im Alltag — und das ist mindestens genauso wertvoll.

Für wen geeignet?

  • Beatmete Patienten, die zuhause leben möchten
  • Patienten mit Trachealkanüle und hohem Pflegebedarf
  • Schwerstkranke Menschen mit 24-Stunden-Überwachungsbedarf
  • Patienten nach Langzeit-Intensivstation

Kosten

Die 1:1-Intensivpflege wird vollständig von der Krankenkasse (SGB V) finanziert. Es fallen in der Regel keine Eigenanteile an. Die Verordnung erfolgt durch den Krankenhaus- oder Facharzt.

Wir sind für Sie da

Sie haben Fragen zu Ambulante Intensivpflege (1:1)? Sprechen Sie uns an — wir beraten Sie kostenlos und finden gemeinsam die passende Lösung.