Intensivpflege

Trachealkanülen-Versorgung

Professionelle Pflege und Versorgung von Trachealkanülen — Absaugen, Kanülenwechsel, Stomapflege und Komplikationsmanagement.

Trachealkanülen-Versorgung bei Pflegedienst Bernstein

Trachealkanülen-Versorgung — Sichere Pflege für ein freies Atmen

Eine Trachealkanüle ist ein Röhrchen, das über eine Öffnung in der Luftröhre (Tracheostoma) eingesetzt wird, um die Atmung zu sichern. Die Versorgung einer Trachealkanüle erfordert Fachkenntnis, Sorgfalt und Routine — denn eine fehlerhafte Pflege kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen.

Bei Pflegedienst Bernstein wird die Trachealkanülen-Versorgung ausschließlich von examinierten Pflegefachkräften durchgeführt, die speziell für diesen Bereich geschult sind. Wir versorgen Patienten mit verschiedenen Kanülentypen und arbeiten eng mit HNO-Ärzten, Pneumologen und Logopäden zusammen.

Für wen ist die Trachealkanülen-Versorgung?

Eine Trachealkanüle wird eingesetzt bei:

  • Langzeitbeatmung: Wenn eine Beatmung über einen längeren Zeitraum nötig ist, wird eine Trachealkanüle einer Intubation (Schlauch durch den Mund) vorgezogen
  • Atemwegsverlegung: Bei Schwellungen, Tumoren oder Verletzungen im Hals-/Rachenbereich
  • Schluckstörungen (Dysphagie): Zum Schutz vor Aspiration (Einatmen von Nahrung/Speichel in die Lunge)
  • Nach Laryngektomie: Nach Entfernung des Kehlkopfes wird dauerhaft ein Tracheostoma angelegt
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: Wenn die Atemmuskulatur nicht mehr ausreicht und die Atemwege freigehalten werden müssen

Unsere Leistungen

Tägliche Kanülenpflege

  • Reinigung des Tracheostomas und der umgebenden Haut
  • Wechsel der Kanülenkompressen
  • Kontrolle der Kanülenposition und des Cuffdrucks (bei gecufften Kanülen)
  • Hautpflege rund um das Stoma (Irritationen und Infektionen vorbeugen)

Absaugen

  • Tracheales Absaugen von Sekret (steril oder clean)
  • Einschätzung von Sekretmenge, -farbe und -konsistenz
  • Anpassung der Absaugfrequenz an den individuellen Bedarf
  • Dokumentation für den behandelnden Arzt

Kanülenwechsel

  • Regelmäßiger Wechsel der Trachealkanüle (je nach Kanülentyp alle 1–4 Wochen)
  • Reinigung und Desinfektion der Innenkanüle (bei Doppelkanülen)
  • Bereitstellung einer Ersatzkanüle in einer Nummer kleiner (Notfallkanüle)

Komplikationsmanagement

  • Erkennen und Handeln bei Kanülenverstopfung
  • Notfallmanagement bei Kanülendislokation (Herausrutschen)
  • Handeln bei Blutungen am Tracheostoma
  • Erkennen von Infektionszeichen (Rötung, Schwellung, verändertes Sekret)

Spezielle Maßnahmen

  • Inhalationstherapie über die Trachealkanüle
  • Befeuchtung der Atemluft (feuchte Nase, aktive Befeuchtung)
  • Unterstützung bei der Sprachrehabilitation (Sprechkanüle, Sprechventil)
  • Begleitung bei der Dekanülierung (Entfernung der Kanüle)

Ablauf — So versorgen wir Ihre Trachealkanüle

  1. Fachliche Einschätzung: Wir informieren uns über den Kanülentyp, die Grunderkrankung und besondere Anforderungen.
  2. Versorgungsplan: In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt legen wir fest, wie oft abgesaugt, gewechselt und gepflegt wird.
  3. Material organisieren: Wir koordinieren mit dem Sanitätshaus die Lieferung aller benötigten Materialien (Kanülen, Absaugkatheter, Kompressen, Befeuchtung).
  4. Einweisung der Angehörigen: Auf Wunsch schulen wir Angehörige in der grundlegenden Kanülenpflege und im Notfallmanagement.
  5. Regelmäßige Versorgung: Unsere Pflegefachkräfte kommen zu den vereinbarten Zeiten — bei Intensivpflege-Patienten rund um die Uhr, bei Behandlungspflege-Patienten nach Verordnung.

Kosten und Finanzierung

Die Trachealkanülen-Versorgung wird je nach Umfang unterschiedlich finanziert:

  • Bei 24-Stunden-Versorgung: Als außerklinische Intensivpflege vollständig von der Krankenkasse (§ 37c SGB V)
  • Bei stundenweiser Versorgung: Als Behandlungspflege auf ärztliche Verordnung von der Krankenkasse (§ 37 SGB V)
  • Verbrauchsmaterial: Kanülen, Absaugkatheter und Zubehör werden über Rezept vom Sanitätshaus geliefert und von der Krankenkasse bezahlt

Für Sie entstehen in der Regel keine Eigenkosten.

Häufig gestellte Fragen

Kann man mit einer Trachealkanüle sprechen?

Ja, mit speziellen Sprechkanülen oder Sprechventilen ist Sprechen möglich. Bei gecufften Kanülen wird der Cuff entblockt, und ein Sprechventil ermöglicht die Ausatmung über die oberen Atemwege und damit die Stimmgebung. Nicht alle Patienten können eine Sprechkanüle nutzen — das hängt von der Grunderkrankung ab. Ein Logopäde kann die Möglichkeiten mit Ihnen besprechen.

Wie oft muss die Trachealkanüle gewechselt werden?

Das hängt vom Kanülentyp ab: Einmalkanülen werden nach Herstellerangabe (meist alle 24–72 Stunden) gewechselt. Wiederverwendbare Kanülen werden regelmäßig gereinigt und je nach Material alle 1–4 Wochen getauscht. Bei Silberkanülen kann das Wechselintervall länger sein. Der behandelnde Arzt legt das Intervall fest.

Kann ein Patient mit Trachealkanüle essen und trinken?

Das hängt von der Grunderkrankung und dem Schluckvermögen ab. Viele Patienten mit Trachealkanüle können mit entsprechender Unterstützung oral essen und trinken. Voraussetzung ist eine logopädische Schluckdiagnostik. Bei Aspirationsgefahr wird die Ernährung über eine PEG-Sonde sichergestellt. Wir arbeiten eng mit Logopäden zusammen, um die orale Ernährung so weit wie möglich zu fördern.

Was tun, wenn die Kanüle herausrutscht?

Eine Kanülendislokation ist ein Notfall. Unsere Pflegekräfte sind dafür geschult: Am Bett liegt immer eine Ersatzkanüle (eine Nummer kleiner) bereit. Die Pflegekraft setzt sofort die Ersatzkanüle ein und überwacht die Atmung. Bei Schwierigkeiten wird der Rettungsdienst alarmiert. Angehörige werden im Notfallmanagement geschult.

Ist die Trachealkanüle dauerhaft oder kann sie wieder entfernt werden?

Das hängt von der Grunderkrankung ab. Bei vorübergehenden Ursachen (z. B. nach Langzeitbeatmung) kann eine Dekanülierung (Entfernung) angestrebt werden. Dies geschieht schrittweise: Die Kanüle wird verkleinert, dann zeitweise verschlossen und schließlich entfernt. Bei dauerhaften Ursachen (z. B. Laryngektomie) bleibt das Tracheostoma bestehen. Wir unterstützen den Dekanülierungsprozess in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.

Für wen geeignet?

  • Patienten mit dauerhafter Trachealkanüle
  • Beatmete Patienten mit Tracheostoma
  • Patienten nach Kehlkopfoperationen (Laryngektomie)
  • Patienten in der Entwöhnungsphase (Dekanülierung)

Kosten

Die Versorgung wird als Behandlungspflege oder außerklinische Intensivpflege von der Krankenkasse übernommen. Kanülen und Verbrauchsmaterial werden über Rezept vom Sanitätshaus geliefert.

Wir sind für Sie da

Sie haben Fragen zu Trachealkanülen-Versorgung? Sprechen Sie uns an — wir beraten Sie kostenlos und finden gemeinsam die passende Lösung.