Was bedeutet Tetraplegie?
Bei einer Tetraplegie sind alle vier Gliedmaßen gelähmt, also beide Arme und beide Beine. Ursache ist meist eine Verletzung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. Je nach Höhe und Schwere der Schädigung fällt die Lähmung unterschiedlich stark aus.
Liegt die Schädigung sehr weit oben, können auch lebenswichtige Funktionen betroffen sein. Dann sind etwa die Atmung, die Blasen- und Darmfunktion oder die Temperaturregelung gestört. In schweren Fällen ist eine künstliche Beatmung nötig, weil die Atemmuskulatur nicht mehr ausreichend arbeitet.
Tetraplegie entsteht häufig durch einen Unfall, kann aber auch Folge einer Erkrankung oder einer Blutung im Rückenmark sein. Für die Betroffenen verändert sich das Leben grundlegend, und sie sind in vielen Bereichen des Alltags auf Unterstützung angewiesen.
Welche Versorgung nötig ist
Menschen mit Tetraplegie brauchen umfassende Hilfe bei der Körperpflege, beim Ankleiden, beim Essen und bei der Mobilität. Hinzu kommen medizinische Aufgaben wie die Versorgung der Blase, die Hautpflege zur Vorbeugung von Druckstellen und die Lagerung. Bewegungsabläufe nach Kinaesthetics helfen, vorhandene Kräfte zu nutzen und Pflegekräfte zu entlasten.
Ein wichtiges Thema ist die erhöhte Muskelspannung, die nach einer Rückenmarksschädigung auftreten kann. Ein gezieltes Spastik-Management lindert Schmerzen, hält Gelenke beweglich und beugt Versteifungen vor. Es wird eng mit der Physiotherapie abgestimmt.
Ist die Atmung betroffen, gehört die Beatmungspflege zur Versorgung, oft als Intensivpflege rund um die Uhr. Sie kann zu Hause oder in einer Pflege-Wohngemeinschaft stattfinden. Unsere besonders geschulten Fachkräfte ermöglichen es vielen Betroffenen, trotz schwerer Lähmung in einer vertrauten Umgebung zu leben (Stand 2025/2026, Angaben ohne Gewähr).