Was bedeutet Palliativpflege?
Es gibt einen Punkt, an dem eine Krankheit nicht mehr geheilt werden kann. Dann verschiebt sich das Ziel der Versorgung: Nicht mehr die Heilung steht im Vordergrund, sondern ein Leben mit möglichst wenig Leiden. Genau das leistet die Palliativpflege. Sie begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen so, dass Schmerzen und andere Beschwerden gelindert werden und Würde und Lebensqualität erhalten bleiben.
Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen Wünschen, nicht die Diagnose. Pflegekräfte achten auf Schmerzen, Atemnot, Übelkeit oder Unruhe und arbeiten eng mit Ärzten zusammen, um diese Beschwerden zu lindern. Genauso wichtig sind Zuwendung, Gespräche und das Eingehen auf seelische und manchmal auch spirituelle Bedürfnisse. Niemand soll sich allein gelassen fühlen.
Auch die Angehörigen werden mitgetragen. Diese Zeit ist belastend, und es tut gut, eine verlässliche Ansprechperson zu haben, Fragen stellen zu können und entlastet zu werden. Palliativpflege denkt deshalb immer an das ganze Umfeld, nicht nur an den kranken Menschen.
Wie wird Palliativpflege geleistet?
Vieles lässt sich zu Hause umsetzen, was vielen Menschen wichtig ist, denn die meisten möchten ihre letzte Lebenszeit in vertrauter Umgebung verbringen. Ein ambulanter Pflegedienst übernimmt dabei die Behandlungspflege wie die Gabe schmerzlindernder Medikamente und arbeitet mit Hausärzten und spezialisierten Palliativteams zusammen.
Entscheidend ist, den Willen des Menschen zu kennen und zu achten. Eine Patientenverfügung hält fest, welche Maßnahmen gewünscht sind und welche nicht. Eine Vorsorgevollmacht regelt, wer entscheiden darf, wenn der Betroffene es selbst nicht mehr kann. Beide Dokumente geben in dieser Phase Sicherheit.
Sprechen Sie früh und offen über Wünsche und Grenzen. Das nimmt Druck aus schweren Momenten und hilft, dass die Begleitung dem entspricht, was sich der Mensch wirklich wünscht.