Was bedeutet FOTT?
Nach einem Schlaganfall oder einer anderen Hirnschädigung gerät oft etwas durcheinander, das die meisten Menschen für selbstverständlich halten: das Schlucken, Essen, Mimik und Sprechen. FOTT steht für Facio-Orale Trakt-Therapie, ein Konzept, das genau diese Funktionen rund um Gesicht und Mund wieder anbahnt.
Die Therapie wurde von der Logopädin Kay Coombes entwickelt und ist eng mit dem Bobath-Gedanken verwandt. Im Mittelpunkt steht nicht das Üben einzelner Bewegungen am Tisch, sondern die Arbeit in alltäglichen Situationen, etwa bei der Mundpflege, beim Essen oder beim Anbahnen von Lauten. Über gezielte Berührung und Bewegung werden natürliche Muster wieder geweckt.
Wie wird FOTT in der Pflege eingesetzt?
In der Pflege spielt FOTT vor allem dort eine Rolle, wo eine Dysphagie, also eine Schluckstörung, vorliegt. Eine sichere Mundpflege, das richtige Anreichen von Nahrung und die aufmerksame Beobachtung beim Schlucken können das Risiko senken, dass sich jemand verschluckt und sich daraus eine Lungenentzündung entwickelt. Die eigentliche Therapie führen geschulte Therapeutinnen und Therapeuten durch, doch die Pflege begleitet die Übungen im Alltag und sorgt für eine sichere Umgebung.
FOTT passt gut zu anderen neurologischen Konzepten. Es wird häufig zusammen mit dem Bobath-Konzept angewendet und ergänzt die Basale Stimulation, die über die Sinne Kontakt schafft. Bei tracheotomierten Menschen kann FOTT ein Baustein auf dem Weg zurück zum sicheren Schlucken sein.
Ziel ist immer mehr Sicherheit, mehr Selbstständigkeit und ein Stück Lebensqualität beim Essen und Sprechen.