Was bedeutet Validation?
Die Validation wurde von der Gerontologin Naomi Feil entwickelt. Sie geht davon aus, dass das Verhalten von Menschen mit Demenz einen Sinn hat, auch wenn es für Außenstehende verwirrend wirkt. Statt zu korrigieren, nehmen Pflegende und Angehörige die Gefühle und die innere Wirklichkeit der Betroffenen ernst.
Im Alltag bedeutet das: Wenn eine Frau ihre längst verstorbene Mutter sucht, wird ihr nicht entgegnet, dass die Mutter tot ist. Stattdessen geht man auf das Gefühl dahinter ein, etwa die Sehnsucht nach Geborgenheit, und fragt behutsam nach. Dieser Ansatz vermeidet Streit, baut Anspannung ab und gibt dem Menschen das Gefühl, verstanden zu werden.
Validation arbeitet viel mit Zuhören, Spiegeln von Worten, Blickkontakt und ruhiger Stimme. Wichtig ist die innere Haltung: Der Mensch wird so angenommen, wie er ist, ohne dass man seine Aussagen als richtig oder falsch bewertet. Das schafft Vertrauen und erleichtert auch pflegerische Handgriffe, weil weniger Abwehr entsteht.
Warum die Methode entlastet
Bei fortschreitender Demenz verlieren Erklärungen und logische Argumente ihre Wirkung. Wer einen verwirrten Menschen ständig auf Fehler hinweist, löst oft Angst, Wut oder Rückzug aus. Die Validation setzt genau hier an und nimmt den Druck heraus, in einer Wirklichkeit funktionieren zu müssen, die nicht mehr zugänglich ist.
Für Angehörige ist diese Haltung anfangs ungewohnt, weil sie dem Wunsch widerspricht, den vertrauten Menschen zurückzuholen. In der Praxis erleben viele jedoch, dass ruhige, wertschätzende Begegnungen den gemeinsamen Alltag spürbar erleichtern. Validation lässt sich gut mit anderen Angeboten verbinden, etwa mit der 10-Minuten-Aktivierung oder beruhigenden Sinnesreizen beim Snoezelen.
Geschulte Betreuungskräfte setzen die Validation gezielt ein und geben Angehörigen Hinweise für den Umgang zu Hause.