Was bedeutet SIS?
SIS steht für Strukturierte Informationssammlung. Sie ist der erste Schritt der Pflegedokumentation nach dem sogenannten Strukturmodell. Statt umfangreicher Formulare wird im Gespräch festgehalten, was dem pflegebedürftigen Menschen wichtig ist und wo er Hilfe braucht.
Der Grundgedanke ist eine schlanke, aber aussagekräftige Dokumentation. Pflegekräfte sollen mehr Zeit für die Versorgung haben und weniger für Papierkram. Trotzdem bleibt nachvollziehbar, wie die Pflege geplant wird und warum bestimmte Maßnahmen sinnvoll sind.
Am Anfang steht das persönliche Gespräch, oft mit der versorgten Person und den Angehörigen gemeinsam. Dabei wird die Sicht des Menschen ernst genommen: Was kann er noch selbst, was fällt schwer, was ist ihm im Alltag wichtig? Aus diesen Antworten entsteht die Grundlage für die weitere Versorgung.
Wie aus der SIS die Pflege entsteht
Die Strukturierte Informationssammlung gliedert sich in mehrere Themenfelder, etwa Mobilität, Körperpflege, Ernährung oder soziale Kontakte. Dazu kommt eine Einschätzung möglicher Risiken, zum Beispiel für Stürze oder Wundliegen. Hier greifen auch die bundesweiten Expertenstandards, die beschreiben, wie solche Risiken vermieden werden.
Aus der SIS leitet sich die Pflegeplanung ab. Sie orientiert sich am Alltag und an den Wünschen des Menschen, nicht allein an abstrakten Vorgaben. Verändert sich die Situation, wird die Sammlung angepasst, häufig im Rahmen einer Pflegevisite, bei der eine Fachkraft die Versorgung überprüft.
Für die Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst ist eine saubere SIS ein wichtiger Baustein. Sie zeigt, dass die Pflege durchdacht, individuell und nachvollziehbar geplant ist. Für Sie als Angehörige bedeutet das: Die Versorgung folgt einem roten Faden, der sich an Ihrem Familienmitglied ausrichtet (Stand 2025/2026, Angaben ohne Gewähr).